Karibikküste – Tauch-, Strand- und Wüstentage

Da wir sehr schnell durch Costa Rica und Panama gereist sind, wollten wir es jetzt etwas gemütlicher angehen lassen. Und was eignet sich da nicht besser als die Karibikküste von Kolumbien?

Unser erster Stopp an der Küste ist das ehemalige Fischerdorf Taganga, dass in einer schönen, tiefen und hufeisenförmigen Bucht liegt. Leider hat Taganga mit dem Einzug des Tourismus seinen Flair eines Fischerdorfes verloren und ist zu so einer Art Partydorf an der Küste geworden. Trotzdem gibt es hier tolle Tauchspots und das Tauchen ist hier super billig. Und Tauchen ist gerade das, was wir jetzt wollen. Wir haben uns im „Taganga Guesthouse“ eingemietet und machten uns danach gleich auf die Suche nach einer guten Tauchschule. Die gibt es hier wie Sand am Meer:-) Nachdem wir die gefühlte 100ste Schule abgeklappert und sich die Preise sich nicht groß unterschieden hatten, entschieden wir einfach nach Bauchgefühl und tauchten mit der Schule „Reep Sheeperd“. Unser Tagesablauf für die nächsten Tage bestand dann aus: Ausschlafen, Frühstück, 2 Fun Dives (2 Tauchgänge), Mittagessen, Ausruhen, Abendessen. Für den letzten Tag hatten wir einen Nachttauchgang gebucht. Das heißt, wir sind nachmittags mit dem Boot herausgefahren und hatten unseren ersten Tauchgang. Danach machten wir eine kleine Pause auf einer Insel, bei der wir den Sonnenuntergang genießen konnten und danach startete dann der zweite Tauchgang, bei dem wir ganz im Dunkeln und nur mit unseren Taschenlampen tauchten. Diese beiden Tauchgänge waren echt unvergesslich, so viel haben wir noch nie bei Tauchgängen gesehen: Seepferdchen, einen Hai!, Riesenschildkröten, etc… Selbst unsere Divemasterin, die mit uns den Tauchgang gemacht hatte, konnte es nicht fassen, dass wir so viele (seltene) Tiere gesehen haben. Und sie hat schon eine Tauchgänge hinter sich:-)

Nach den Tauchtagen waren dann Strandtage angesagt. Als weiter entlang der Karibikküste bis nach Palomino. Im Reiseführer zu Palomino heißt es „In Palomino ist es so beschaulich, so sauber und ruhig, dass die Höhepunkte eines Tages der Sonnenaufgang, der Sonnenuntergang und ein Schwarm Pelikane am Himmel sind“ Also genau das richtige für uns:-) Das Blöde war, dass genau an dem Tag, als wir nach Palomino fuhren, das DFB Pokalfinale Bayern-Dortmund stattfand und Tobi schon ganz aufgeregt und nervös war. Er hatte Angst, dass wir nicht rechtzeitig ankommen werden oder worst case, keinen Fernseher finden werden, der das Spiel überträgt. Aber als wir in unserem Hostel angekommen sind, sehen wir zu Tobis großer Freude einen riesengroßen Flachbildfernseher. Und die Freude wurde noch größer, da das Finale übertragen wurde. So haben wir also am Strand in der Karibik mit anderen Deutschen und Schweizern das DFB – Finale angeschaut. Danach wurde der Sieg der Bayern mit ein paar Aguilas (kolumbianisches Bier) gefeiert. Die nächsten Tage haben wir dann mit Lesen, Volleyballspielen, Strandspaziergänge, Strandliegen, Essen etc. verbracht. Der Strand war echt wunderschön, jedoch konnte man aufgrund der starken Wellen sich nur kurz im Wasser abkühlen und leider nicht schwimmen.

Nach den Tauch- und Strandtagen folgten dann die Wüstentage. Am fast nördlichsten Punkt der Karibikküste auf der Halbinsel „La Guajira“ liegt das abgelegene Wayúu Fischerdorf „Cabo de la Vela“. Das Kap, nach dem das Dorf benannt ist, besteht aus vielen felsigen Klippen und Sandstränden, alles vor der Kulisse einer überwältigenden Wüstenlandschaften. Die Wayúus leben in traditionellen Hütten aus Kaktus, die sich in Richtung Meer aneinanderreihen. Im Dorf gibt es nur Strom vom Generator und Licht gibt es nach Einbruch der Dunkelheit ca. 2 Stunden. Danach muss man selbst für Licht sorgen:-) Jetzt kommen auch endlich mal unsere Stirnlampen zum Einsatz. In Cabo de la Vela ist man also nahezu gänzlich von der Zivilisation abgeschnitten und der Weg dorthin ist auch nicht so einfach. Von Palomino aus ging es mit dem Bus an der Karibikküste entlang, dann mit dem Taxi weiter und am Ende ca. 2 Stunden mit einem Jeep, (den man sich mit anderen Passagieren und ganz vielen Lebensmitteln teilt) durch die Wüste. Aber der Weg lohnt sich, oder auf spanisch „vale la pena“. Wir fühlten uns wie in einem Westernfilm. Ich habe mir immer vorgestellt, jetzt kommen Cowboys um die Ecke und zücken ihren Kolt. Und da gerade Nebensaison ist, war das Dorf wie ausgestorben und es haben sich hier nur ein paar Touristen und Kitesurfer verirrt. Das „Dorfzentrum“ besteht eigentlich nur aus einer Reihe einheimische Restaurants und Pensionen. Aber die Pensionen waren zu unserer Zeit fast leer und die meisten Restaurants waren geschlossen. Abends waren Tobi und ich mit einem anderen deutschen Pärchen, das wir in Palomino kennengelernt hatten, unterwegs und haben etwas zum Essen gesucht. Wir haben alle Restaurants abgeklappert, aber niemand wollte extra für uns kochen. Bestes Beispiel: Wir fragen in einem Restaurant einen jungen Mann, ob es Abendessen gibt. Er schreit in die Küche: „Mama, kochst du heute?“. Seine Mutter schreit heraus: „Nein“. Ok, das war eindeutig. Zuletzt haben wir dann einen kleinen Straßenstand gefunden, bei dem es Salchipapas (Pommes mit Würstchen) und Fisch gab. Hier haben wir 2 Tage verbracht und einfach nur die tolle Kulisse genossen.

Nach 2 Wochen Karibik verlassen wir heute die Strände und das Meer und fahren mit dem Nachtbus von Santa Marta (Zwischenstopp auf dem Rückweg von Cabo de la Vela) in Richtung Süden nach San Gil, die Stadt der Outdoor – Aktivitäten in Kolumbien. Wir haben jetzt genug ausgeruht und wollen wieder aktiv werden:-)

Muchos saludos
Steffi & Tobias

PS: Im 2. Video im Kolumbieneintrag findet ihr bei 24:07 min weitere Infos ueber Taganga

 

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2 Antworten auf Karibikküste – Tauch-, Strand- und Wüstentage

  1. Horschti sagt:

    Coooool!!!
    Ist das echt Columbien? In Malle sieht’s fast gleich aus.
    Auf dem Foto mit den Schafen konnte man Tobi fast nicht erkennen ;-).

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